Giulia Musella
Gleichgewicht
Gleichgewicht
Verfügbarkeit für Abholungen konnte nicht geladen werden
Share
In 'Gleichgewicht' steht eine auf wenige Linien reduzierte Figur am linken Bildrand dem großen, mit breitem Pinselduktus gesetzten Sonnenkreis gegenüber – nicht als Gegenüber, das sich behauptet, sondern als eines, das noch verhandelt: Die Spachteltechnik, die Musella in ihrem Freiburger Atelier zur eigentlichen Bildsprache entwickelt hat, schichtet Goldocker, Gelbgrün und tiefes Blauviolett zu einer Oberfläche, die im Raum physische Präsenz erzeugt und den Blick nicht gleiten, sondern verweilen lässt. Die Farbdramaturgie folgt keiner dekorativen, sondern einer inneren Logik: Das Warme drängt gegen das Kühle, das Licht gegen das Gewicht der unteren Bildzone – als sei Gleichgewicht kein erreichter Zustand, sondern ein fortwährender Akt der Behauptung, den das Werk still wiederholt, jedes Mal wenn man es ansieht. Direkt aus der Hand der Künstlerin: ein Unikat, das nicht Stabilität abbildet, sondern deren mühsam erkämpfte Möglichkeit – und damit im Betrachter etwas aufruft, das über das Bild selbst hinausgeht.
In 'Gleichgewicht' (Balance), a figure reduced to its essential outline stands at the left edge of the canvas in quiet, unresolved confrontation with a large solar circle rendered in broad, deliberate strokes – not asserting itself, but still negotiating: the palette knife technique Musella has refined as her primary pictorial language in her Freiburg atelier builds the surface into layered strata of golden ochre, yellow-green, and deep blue-violet, lending the work a material weight that holds the eye rather than releasing it. The chromatic logic is dialectical rather than decorative – warmth pressing against coolness, luminosity against the gravitational pull of the lower field – as if balance were not a condition achieved but one perpetually re-enacted, which is precisely what the painting does each time it is looked at. Issued directly from the artist's hand, this singular work does not depict stability; it enacts the hard-won possibility of it, and in doing so surfaces something in the viewer that exceeds the image itself.
Technik: Acryl auf Leinwand
Maße: 100 × 70 cm
Jahr: 2014
Ausstellung: Eugen-Keidel-Bad Freiburg 2014
Status: Verkauft — Unikat aus dem Archiv
